Per Boot nach Siem Reap

Entweder man nimmt den Bus und ist in ca. 3-4 Stunden in Siem oder man nimmt die langsamere Variante mit dem Boot und dann dauert es 6-9 Stunden. Ka und ich entschlossen uns für das Boot. Da sich die Regenzeit im November endgültig verabschiedet, führen die Flüsse um den Tonle Sap See (grösster See in SOA / 3000km²) eine Menge Wasser. Somit ein leichteres für das Boot eine direktere Route zu wählen, was unser „Kapitän“ auch machte. Das Boot war eine Polyesterschale mit Dach wo sowohl Touris als auch Einheimische mit Ihren erstandenen Waren wie Reis, Bananen, Fleisch, Getränke und viele weitere Utensilien transportiert wurden. Nebenbei wurde bei den schwimmenden Dörfern auch noch die Post verteilt.

...das Boot in voller Fahrt mitten durchs Gestrüpp / die Vorhänge - abgerissen!
...das Boot in voller Fahrt mitten durchs Gestrüpp / die Vorhänge - abgerissen!

Zu Beginn konnte die kurvenreiche Strecke nur in gemächlichem Tempo zurückgelegt werden. Je näher dem See, desto mehr öffnete sich die Weite die noch mit Wasser überflutet war. Kein Problem für den Kapitän – im Heck befand sich eine Maschine mit doppeltem Diesel-Abgasturbolader. Das Teil heulte auf und ab ging die Post. Ich befand mich mit  anderen auf dem Dach des Bootes. Ka hatte den Braten gerochen und blieb unter Deck - gute Idee! Ohne Vorwarnung ging’s ab wie eine Rakete. Um das Gleichgewicht nicht zu verlieren und um mich nicht vor den herumfliegenden Ästen (wir rasten durch hohes Gestrüpp) zu verletzen, legte ich mich auf dem Dach flach auf den Bauch. Andere reagierten ein wenig zu passiv und denen schlug es die Äste wortwörtlich um die Ohren. Tja das ist eben auch Kambodscha - jeder ist für sich selber verantwortlich. Sicherheit wie wir sie kennen gibt’s da nicht. Aber das unterwegs gesehene - wie die Anwohner am und im Fluss fischten, arbeiteten, kochten, die Kleider wuschen und sich ihre Zähne putzen entschädigte für die lange Fahrt.