Battambang "Reisschüssel" des Königreichs

Bereits waren wir über 15 Tage unterwegs. Nun ging es darum herauszufinden, in welche Richtung unsere Reise weiter gehen sollte. Wir waren im Südosten also ziemlich in der hintersten Ecke des Landes. Siem Reap das wir früher oder später sowieso ansteuern mussten, war überhaupt nicht auf dem Weg und im Nordosten liegend. Rattanakiri ganz im Norden (Grenzgebiet Laos/Vietnam) das eigentlich auch ein Ziel von uns war, lag ebenfalls ca. 15 Std. weit entfernt. Wir hatten somit die Qual der Wahl. Bei einem Frühstück entschieden wir uns Rattanakari sausen zu lassen um Battambang die Reisschüssel Kambodschas anzusteuern. Somit näherten wir uns auch Siem Reap.

 

Die Reise nach Battambang (ca. 300km Nordwestlich von PP) mit Umsteigen in PP dauerte ebenfalls satte 12 Std. Die Busse in Kambodscha sind in einem relativ guten Zustand. Wenn man bedenkt, dass die Strassen zum Teil eine Zumutung sind, sind sie sogar in einem sehr guten Zustand. Die meisten haben eine funktionierende Aircon die meistens aus dem letzten Loch pfeift - somit ist es in den Bussen auch entsprechend Kalt. Einen Pulli dabei zu haben ist immer eine gute Idee.

 

Man kann über Battambang viel lesen. In einem Artikel las ich das die Stadt/Umgebung noch das ursprüngliche Land darstelle. Nun, das ist wohl Betrachtungssache. Wir haben davon eigentlich nicht viel bemerkt. Architektonisch hingegen bemerkt man wie in keiner anderen Stadt im Königreich den Einfluss des französischen Kolonialismus. Und französische Touristen hat es auch wie in keinem anderen Ort - das war jedenfalls unser Gefühl.

 

 

Im Hinterland erstrecken sich riesige Reisfelder. Am besten geht’s auf einen Hügel rauf um die eindrucksvollen Reisfelder zu betrachten. Zum Teil soweit das Auge reicht. Die Böden sind dermassen fruchtbar, dass manchmal bis zu 3x im Jahr geerntet werden kann. Eine Attraktion von Battambang ist auch der Bambootrain oder Norry wie ihn die Einheimischen nennen. Die staatliche Eisenbahn wurde 2009 wegen zu hohem Risiko eingestellt. Die Bauern bastelten sich dann einfach aus Ladepritschen mit 2 Achsen und einem Motor, ihre eigene Bahn um die Ware zu transportieren. Nebenbei hat sich ein lukratives geschäft mit Touristen entwickelt. Für eine Fahrt Hin- und Zurück bezahlt man 3$. Die Norrys sind zwar illegal aber der Staat billigt sie noch.